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Lexikon zum Laborbefund

Serologie  der Autoantikörper

Autoimmunerkrankungen sind durch ein Un­gleichgewicht zwischen immunologi­scher Tole­ranz körpereigener Antigene und Fremd-erken­nung anderer Antigene charakterisiert. Ergebnis ist eine Zerstö­rung körpereigener Strukturen, die jedes Organsystem betreffen kann („Horror au­totoxicus“). Autoimmunreaktionen sind enweder durch Antikörper oder reaktive T-Zellen vermit­telt. Ätiologisch kommen eine genetische Ver­anlagung (z. B. Rheuma), ein noch nicht näher de­finierter immunologischer Reaktionszustand oder ein infektinduzier­tes Geschehen wie z. B. beim Rheumati­schen Fieber in Frage. Ein sol­cher infekti­ologischer Stimulus mag dabei durchaus nicht in di­rektem zeitlichem Zusam­menhang mit dem Auftreten der Autoim­muner­krankung ste­hen.

Bei manchen Autoimmunerkrankungen ist nur ein einzelnes Organ betroffen (Leber, Niere, Haut etc.), bei anderen durch einen systemischen Befall von Bindegewebe, Gefäßen oder Nerven nahezu alle Organe. Insbesondere bei den syste­mischen Erkrankungen wird im Folgenden daher vorher auf die entsprechende Patho­physiologie eingegangen.

Kollagenosen Kollagenosen sind Bindegewebserkrankungen autoimmuner Genese mit systemischem Befall vorwiegend von Bindegewebe und Blutgefäßen, wobei grundsätzlich jedes Organ befallen werden kann. Die Ursache der Kollagenosen ist noch ungeklärt. Vermutlich besteht ein Zusam­menhang mit erblichen Faktoren, z. B. HLA-An­tigenen, Infektionen mit Viren, Hormonen und psychischem Stress. Der Nachweis der ver­schie­denen Autoantikörper ist für die Diagno­se­findung von großer Bedeutung. Ob diese je­doch Ursache, Folge oder nur Be­gleit­er­schei­nung der jeweiligen Erkrankung sind, ist in der Regel unklar.

 

Zu den Kollagenosen zählen:

Lupus Erythematodes (LE)

Polymyositis und Dermatomyositis

Sjögren-Syndrom

Sklerodermie

Sharp-Syndrom (sog. Mischkollagenose)

CREST-Syndrom


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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