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Lexikon zum Laborbefund

Rheumatoide Arthri­tis 

Die rheumatoide Arthritis (RA) oder chro­nische Polyarthritis ist die häufigste entzündliche Erkrankung der Gelenke. Der Krankheitsbeginn ist oft plötzlich; neben den kleinen Finger- oder Zehengelenken können auch andere Gelenke, insbesondere Hand-, Fuß-, Knie-, Schulter und Hüftgelenke betroffen sein. Der Morbus Still ist eine Sonderform der RA. Er tritt bei Jugendliche auf und kann neben den Gelenken auch andere Organsysteme.

Antikörper gegen cyclisches citrullinier­tes Pep­tid (Anti-CCP) sind ein hochspezifischer und sensitiver Marker für die Rheumatoide Arthritis. Antikör­per gegen Filagrin mit der darin vorkom­menden seltenen Aminosäure Citrullin werden sehr früh im Verlauf einer Rheu­matoiden Arth­ritis beobachtet und haben da­her einen ho­hen prognostischen Wert. Anti-CCP positive Pati­en­ten entwickeln im Verlauf von 6 Jahren signifi­kant ausge­prägtere radiolo­gisch nach­weisbare Läsi­onen als anti-CCP ne­gative.

Im Vergleich zu den Rheumafaktoren (RF), die bis­her in der Di­agnose der rheumatoi­den Arthri­tis verwendet werden, besitzen Anti­körper gegen CCP bei gleicher Sensitivität eine deutlich hö­here Spezi­fität. Rheumafakto­ren sind meistens IgM- oder IgG-Antikör­per gegen das Fc-Frag­ment des Im­munglobulins G.

IgA-RF kor­relie­ren bes­ser als IgM- oder IgG-RF mit der Pro­gres­sivität der RA. Im Verlauf der rheumatoi­den Arthritis treten Antikörper bei 50 bis 90 Prozent aller Patienten auf. Die Häufigkeit der Rheu­ma­faktoren ist je­doch abhängig von der Krank­heitsdauer. So wird im ersten halben Jahr nach Ausbruch der Krankheit nur etwa die Hälfte der Patien­ten Rheumafaktoren-positiv. Bei länger dauerndem Krankheitsverlauf können nach fünf Jahren dann bei über 80 Pro­zent aller Patienten Rheumafak­toren nachgewiesen wer­den.

Durch kombinierte Bestimmung von CCP-Anti­körpern und den klassischen Rheu­mafaktoren kann eine Spezifität von über 99 Prozent erreicht werden. Antikörper gegen CCP sind bereits im Frühstadium der Erkrankung nachweisbar.

Die Anti-CCP-Bestimmung ist auch bei denjeni­gen Frühformen einer Polyarthritis hilf­reich zu sein, die Rheuma­faktoren-negativ sind. In ca. 30 Pro­zent dieser Fälle lässt sich Anti-CCP nachwei­sen und somit die Diagnose einer RA stellen. Antikörper gegen Mutiertes citrul­li­nier­tes Vimentin (MCV) sind ebenfalls ein hoch­­spezifischer Marker für die RA.

Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) und das C-reaktive Protein (CRP) geben Auskunft über die systemische entzündli­che Aktivität. Da­bei ist in der Frühphase der Krankheit zu beach­ten, dass der CRP-Wert als Ausdruck der Akut­phasenantwort häufiger erhöht ist als die BSG. In Längs­schnittuntersuchungen konnte eine deut­i­che Korrelation von erhöhten CRP-Werten mit dem Knochen- und Knorpelschaden sowie einer verminderten Knochendichte gezeigt wer­den. Per­sistierend hohe CRP-Werte sind zudem mit einem progressiven Verlauf der RA ver­knüpft.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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