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Lexikon zum Laborbefund

Phospholipid-Antikörper

Unter Anti-Cardiolipin-Antikörpern (ACA) und Beta-2-Glykoprotein-Antikörpern ver­steht man An­ti-Phospholipid-Antikörper (APA), deren Vor­­­­kommen ursprünglich in den Seren von Pati­en­ten mit sogenann­tem „falsch positivem“ Lues-Befund nach­gewiesen wurden. In neuerer Zeit konnte jedoch gezeigt werden, dass APA bei ei­ner Vielzahl von Autoimmunerkrankungen, ins­besondere beim Lupus Erythematodes (LE), auf­treten können. Auch das beim LE auftretende sog. Lupus-Anticoagulans (LA) entspricht einer Untergruppe der APA. Ein positiver Nachweis von APA kann dem klinischen Auftreten einer Kol­lagenose einige Jahre vorausgehen.

Die beschriebenen Antikörper sind aber auch mit weiteren Symptomen assoziiert. Dieses soge­nannte „Primäre An­tiphospholipid-Syndrom" be­trifft insbeson­dere schwangere Patientinnen mit habitu­ellen Aborten, Präeklampsie oder tie­fen Beinvenenthrombosen. Kleine Thrombo­sen in den Venen und Arterien unterbin­den dabei eine ausreichende Blutversor­gung der betroffe­nen Organe. APA-posi­tive Patienten zeigen auch häufig eine ge­nerelle Thromboseneigung, da­durch be­dingte gehäufte Miniinfarkte sowie eine entsprechende neurologische Symptoma­tik.

Auch bei gesunden Menschen können hin und wieder Phospholipid-Antikörper nachgewiesen werden. Meist handelt es sich bei diesen Perso­nen um Verwandte von Patienten mit einem An­tiphospholipid-Syndrom, was darauf hinweist, dass es sich hier um eine zumindest teilweise erb­­liche Erkrankung handelt. Auch diese Per­so­nen weisen ein erhöhtes Risiko für thromboti­sche Ereignisse auf.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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