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Lexikon zum Laborbefund

Autoimmunhepatitis

Die Inzidenz der Autoimmunhepatitis (AIH) liegt bei ca. 2 Fällen auf 100.000 Einwohner. 75 % der AIH-Fälle betreffen das weibliche Geschlecht, meist im mittleren oder jungen Le­bensalter. Die nach ihrem Antikörperstatus vor­genommene Unterteilung in drei Subrypen ist wahrscheinlich weder klinisch, noch thera­peutisch oder prognostisch von Bedeutung. Die Krankheit manifestiert sich durch einen Anstieg des Bilirubins, der Leberwerte und der Immun­globuline sowie dem Auftreten von Le­ber­auto­antikörpern und histologischen Leber­ver­änderungen. Unerkannt und unbehandelt kann eine Autoimmunhepatitis bald in eine Le­ber­zirrho­se übergehen. Bei rechtzeitiger immun­suppressiver Therapie haben diese Patienten jedoch eine normale Lebenserwartung. Dif­ferential­diagnostisch ist vorher eine infektiöse Hepatitis auszuschließen.

Die Primär-biliären Cirrhose (PBC) ist eine Lebererkrankung, die durch eine nicht-eitrige destruktive Entzündung der Gallengänge bedingt ist. Sie kommt bei Frauen bis zu 10mal häufiger vor als bei Männern. Bei etwa 20 % dieser Patienten entwickelt sich zusätzlich eine  sekundäre Autoimmunhepatitis, auch Overlap-Syndrom genannt.

Bei der Primär-sklerosierenden Cholangitis (PSC) sind überwiegend Männer betroffen. Das klinische Bild ist durch eine Cholestase geprägt, bei ca. der Hälfte der Patienten findet man zu­sätzlich eine Colitis ulcerosa.

Für die Diagnostik der Autoimmunhepatitis sind neben einer negativen HAV-, HBV- und HCV-Serologie zirkulierende Autoanti­körper von ent­scheidender Bedeutung. Autoantikörper gegen Leberantigene wer­den durch indirekte Fluores­zenz auf Le­berschnitten oder EIA`s nachgewie­sen. Anti-LKM-1, LMA, LSP und Anti-SLA/LP kommen bei einem Teil der Patienten mit Au­toimmunhepatitiden vor. Bei Patienten mit chro­nisch aktiver Hepatitis C sind ebenfalls Anti-LKM-1 nachweisbar.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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