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Lexikon zum Laborbefund

Autoantikörper bei Darmerkrankungen

Beim Morbus Crohn handelt es sich um eine segmentär auftretende Entzündung, die alle Ab­schnitte des Verdauungskanals befallen kann, insbesondere Ileum und Kolon. Autoimmunolo­gische Prozesse werden als Ursache angenom­men, ohne das bisher ein spezifisches Antigen identi­fiziert werden konnte.

Die Colitis ulcerosa ist eine schubweise oder chronisch progredient verlaufende Entzündung der Dickdarmschleimhaut, die vom Rektum nach proximal das Kolon teilweise oder ganz befällt. Neben psy­chosomatischen Aspekten scheint es sich auch hier um eine Autoimmunerkrankung zu handeln, deren Pathomechanismus letztlich noch nicht geklärt ist.

Autoantikörper gegen exokrines Pank­reas fin­den sich ausschließlich beim Mor­bus Crohn (Prä­valenz 39 %), Autoantikör­per gegen in­testinale Be­cherzellen ausschließlich bei Colitis ulce­rosa (Prävalenz 28 %). Antikörper gegen Granulozyten (p-ANCA) findet man zu über 60 % bei Patienten mit Colitis ulce­rosa, selten je­doch auch beim Morbus Crohn. Antikörper ge­gen Saccharomy­ces cerevisiae (Bierhefe) fin­den sich bei über 70 % der Morbus Crohn-Kran­ken, je­doch auch bei bis zu 10 % von Colitis ul­cerosa-Patienten oder Gesunden.

Die simultane Bestimmung aller vier Anti­körper ermöglicht so eine hohe Treffer­wahrscheinlich­keit für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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