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Lexikon zum Laborbefund

Antikörper gegen Nebennieren­rinde (NNR)

Bei ca. 70 % der Patienten mit isolierten M. Ad­dison und nahezu 100 % der Pati­enten mit einem polyglandulären Autoim­munsyndrom können zir­kulierende Anti­körper gegen die Nebennieren­rinde (NNR) nachgewiesen werden. Sie treten schon jahrelang vor den klinischen Symptomen auf und sind krankheitsspezifisch.

Diese Antikörper sind gegen die Cytoch­rom P450 Steroid-Enzyme gerichtet, und zwar gegen die 11-beta-, die 17-alpha- und die 21-Hydroxy­la­­­se. Nach neueren Untersuchungen hat der Nach­­­­­­­­­weis von 21-Hydroxylase-Antikörpern auch einen gewissen prognostischen Wert.

Kinder mit organspezifischen Autoimmun­er­krankungen ohne NNR-Insuffizienz wur­den auf 21-Hydroxylase-Antikörper unter­sucht. Nahezu alle Antikörper-positiven Kinder entwickeln in­nerhalb von 10 Jahren (im Mittel nach einem Jahr) einen M. Ad­dison. Dabei korreliert die an­fängliche Ti­terhöhe mit der zeitlichen Progres­sion der Krankheit.

Bei den Antikörper-negativen Kindern tritt in keinem einzigen Fall eine Funktionsstö­rung der Nebennierenrinde auf. Bei Er­wachsenen tritt ein M. Addison bei 20 % auf; weitere 29 % zeigen eine subklinische NNR-Insuffizienz in­nerhalb ei­nes Beo­bachtungszeitraums von 10 Jahren.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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