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Lexikon zum Laborbefund

Heparin-induzierte Thrombozytopenie

Bei der Heparin-induzierten Thrombozyto­penie (HiT II) handelt es sich um ein durch Arznei­mittel hervorgerufenes immunver­mitteltes Syn­drom, das mit einer Throm­bozytopenie und gleichzeitig thromboti­schen Ereignissen einher­geht. Eine Hepa­rin-induzierte Thrombozytopenie tritt in bis zu 5 % der Fälle bei Patienten auf, die mit unfraktioniertem Heparin behandelt wer­den. Im Labor werden Antikörper gegen den Kom­plex aus Heparin und Plättchen­faktor 4 nachge­wiesen.

Die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HiT II) muss gegen andere Formen der Thrombozy­topenie abgegrenzt werden. Hierbei ist wichtig, dass unter Heparin in der frühen Phase der Be­handlung (inner­halb von 4 Tagen) ein Abfall der Throm­bozytenzahl auftreten kann, der jedoch nicht fortschreitet, sondern sich trotz der weite­ren Behandlung mit Heparin zurück­bildet. Der Abfall ist in aller Regel deutlich geringer als 50% und nur selten werden Werte unter 100.000 Thrombos/µl erreicht.

Diese frühe Thrombozy­topenie wird als Heparin-induzierte Thrombo­zytopenie Typ I (HiT I) bezeichnet. Sie führt nicht zu Thrombosen und erfordert keinen Ab­bruch bzw. keine Umstellung der Thrombose­prophylaxe mit Heparin. Außer HiT I ste­hen die disseminierte intravasale  Koagu­lopathie (DIC) und die idiopathisch throm­bozytopenische Pur­pura (ITP) bei der Diffe­renzialdiagnose an erster Stelle. Auch andere Formen der unspezifischen Thrombozytenaktivierung z. B. durch An­lage­rung von Immunkomplexen sind mög­lich. Gege­benenfalls  ist auch an eine Im­munthrombozyto­penie zu denken, die z.B. durch Medikamente in­duziert werden oder nach Transfusionen auftre­ten kann.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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