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Lexikon zum Laborbefund

Antikörper gegen Aquaporin-4

Das Devic-Syndrom (Neuromyelitis optica)  ist eine Entzündung des Rückenmarks mit Quer­schnittsyndrom und teilweiser auf­steigender Entzündung - innerhalb von Stunden bis Tagen - von mindestens ei­nem Sehnerv mit Sehstörun­gen, die bis zur Erblindung eines Auges oder beider Augen führen kann. Die Neuromyelitis op­tica ist selten (ca. 1 % der demyelinisie­renden Erkrankungen). Möglicherweise ist sie eine eine ei­­genständige Erkrankung oder aber eine Son­der­form der Multiplen Skle­rose (MS).  

Bei MS, neben Epi­lepsie eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen von jungen Er­wachsenen, sind auch an­dere Berei­che des Ner­vensystems betroffen. Auf Grund der sehr ähnli­chen Symptomatik ist eine sichere Ab­grenzung zwischen MS und De­vic-Syndrom ist zum Be­ginn der Erkran­kung nicht immer möglich. Die früh­zeitige Unter­scheidung ist jedoch wichtig, da eine unter­schiedliche Be­handlung notwendig ist. Das neue Verfahren zur entsprechenden Dif­ferentialdiag­nose basiert auf dem Nachweis von Aqua­porin-4-Antikörper. Aquaporin-4 ist ein Pro­tein, welches für die Bildung von Kanälen in der Zellmembran verantwortlich ist und damit den Durch­tritt von Was­sermolekülen ermög­licht.

Antikörper gegen Aquaporin-4 werden bei über der Hälfte der Patienten mit einem Devic-Syn­drom nachgewiesen, während sich bei MS-Pa­tienten und solchen mit anderen entzünd­lichen und nicht-entzündlichen neurologischen Er­krankungen erheblich seltener Aquaporin-4-An­ti­körper nachweisen lassen. Der Nachweis er­folgt mittels Immunfluoreszenz auf Kleinhirn- und Sehnervschnitten.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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