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Lexikon zum Laborbefund

Calcium-Kanal-Autoantikörper

Ionenkanäle sind membranständige Proteine mit selektiven Poren für Natrium, Kalium, Clorid oder Calcium-Ionen. Sie bilden die Grundlage der elektrischen Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen. Erkrankungen der Ionenkanäle verursachen meist Erregungsstörungen von Ner­­ven- oder Muskelzellen mit  attacken- oder epi­sodenförmiges Auftreten, häufig besteht meist eine positive Familienanamnese. Möglicher­weise sind Schizophrenien oder auch die Alz­heimersche Erkrankung mit Ionen­kanal­verän­derungen zu erklären.

Diagnostisch relevant sind Antikörer gegen Cal­cium-Kanäle und die weiter hinten beschrie­be­nen, fakultativ tumorassoziierten Antikörer ge­gen Kalium-Kanäle.

Calcium-Kanal-Autoantikörper (VGCC, voltage ga­ted calcium channel)  sind beim Lambert-Ea­ton-Myasthenischen-Syndroms (LEMS) be­schrie­­­­­ben. Diese Antikörper blockieren den span­­­­nungs­abhängigen Calcium-Kanal, sodass nach Belastung eine rasche Er­müdbarkeit der Ober­­schenkel- und Beckenmuskulatur resultiert. Differentialdiagnostisch hilft hier gegenüber der Myasthenia gravis (Anti­körper gegen Acetyl­cholinrezeptoren) der Nachweis von Anti­kör­pern gegen Calcium-Kanäle beim LEMS. Der Nach­weis von Autoantikörpern gegen Kal­zium­kanäle erfolgt in einem Kompetitionsassay. Störungen der Natriumkanäle sind für die Paramyotonia congenita Eulenburg, die Myo­tonia fluctuans, die Myotonia permanens, die azetazolamid­sensitiven Myotonien und die hy­per­kaliämische periodischen Lähmungen mit­ur­sächlich.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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