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Lexikon zum Laborbefund

Antikörper gegen Glutamatrezeptoren

Glutamatrezeptoren (GluR3) sind in der Mem­bran von Neuronen befindliche Trans­membran­proteine, die spezifisch den Neuro­transmitter Glutamat binden. Zu den ionotropen Gluta­matrezeptoren gehören NMDA (N-Methyl-D-Aspartat)-Rezeptoren, AMPA (AMPA = α-Ami­­­no-3-Hydro­xy-5-Methyl-Isoxa­zol-4-pro­pi­on­säu­re)-Rezeptoren und Kainat-Rezeptoren (Hem­­mung durch To­pi­ramat) .

Der Nachweis von NMDA-Rezeptoren-Ak ist spezifisch für die autoimmune Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis. Die Anti-NMDA-Rezep­tor-Enzephalitis ist eine schwe­­re enzephalo­pathi­sche Autoimmunerkran­kung;  bei ca. der Häl­fte der Patientinnen findet sich ein Ovarial-Teratomen (para­neo­plastische Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis), bei den restlichen Pa­tienten keine ursächliche Grunderkrankung. Sie zeigt u. a. Symptome wie Angst, Erregung, Wahn und Halluzinationen, die  häufig eine sta­tionäre Be­handlung notwendig macht. Die Un­ter­suchung von Antikörpern gegen Gluta­mat­rezeptoren vom Typ NMDA ist bei Enze­phalitis ohne Er­regernachweis oder bei Ver­dacht auf limbische Enzephalitis indiziert.

AMPA-Rezeptoren-Ak sind erheblich seltener und treten bei der sog. Rasmussen-Enzephalitis, einer Form der Epi­lepsie mit im Kindesalter beginnender pro­grediente Hirn­atrophie, die nicht auf Antiepi­leptika anspricht, auf, kommen aber auch neoplastisch (Bronchial- und Mam­ma-Karzinom, Thymom) und bei an­deren Formen der Epilepsie vor. Der Labornachweis erfolgt mittels Immunfluoreszenz auf Kleinhirn- und Sehnervschnitten.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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