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Lexikon zum Laborbefund

Kalium-Kanal-Auto­­antikörper

Kalium-Kanal-Auto­­antikörper (VGKC, voltage ga­ted kalium chan­nel) gehören wie die Cal­ci­um-Kanal- zu den Ionen-Kanal-Auto­anti­kör­pern. Kalium-Kanal-Antikörper führen zur Un­ter­drückung des aus­wärts­­gerichteten Kalium­stroms und damit zu einer Übererregbarkeit der peripheren Nerven.

Antikörper gegen spannungsabhängige Kalium­kanäle finden sich bei einem Teil der nicht-paraneoplastischen limbischen Encephali­ti­den. Dabei bindet ein großer Teil dieser Anti­körper nicht direkt an den Kaliumkanal, son­dern an definierte Proteine wie Leucine-Rich Glioma In­activated-1 Protein (LGI1) und Con­tactin-As­sociated Protein 2 (CASPR2). Dabei über­wie­gen LGI1-Antikörper bei LE, während CASPR2-Antikörper auf ein Morvan-Syndrom hinweisen

Die Neuromyotonie ist durch eine erhöhte Er­regbarkeit der Skelettmuskulatur gekenn­zeich­net und als erworbene Erkrankung (Isaacs-Syn­drom) auch eine Antikörper-vermittelte Ka­lium­­­io­nenkanalerkrankung. Störungen an den Ka­lium­kanälen werden auch für die familiären be­nignen tonisch-klonische Krämpfe der Kör­per­muskulatur bei Neugeborenen, die epi­sodische Ataxie Typ 1 und für eine Form der hereditären Taubheit verantwortlich gemacht.

Der Nachweis von Kalium-Kanal-Auto­­an­tikörper erfolgt durch einen Immuno­assay, der Einzelnachweis von LGI1 und CASPR2 mittels Immunfluoreszenz an Klein­hirn- und Hippocampusschnitten.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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