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Lexikon zum Laborbefund

Paraneoplastische neurologische Anti­körper

Die limbische Enzephalitis (LE) wurde bereits bei den Autoantikörpern gegen neuronale Oberflächenantigene beschrieben. In ca. der Hälfte der Fälle einer LE ist diese mit einer paraneoplastische Erkrankung und einem Auftreten onkoneuralen Antikörpern gegen intrazelluläre Antigene (anti-Hu, -Yo, -Ri, -Ma, -Amphiphysin, -CV2 u.a.) assoziiert.

Paraneoplastische Syndrome sind ver­schie­dene Begleitsymptome eines Karzi­noms, die weder durch den Tumor oder Metastasen bedingt sind. Fast alle Organe können betroffen sein, es fin­den sich cha­rakteristische Antikörper, die eine Tu­mor­suche empfehlen lassen. Findet man ei­nen solchen Antikörper, labormäßig durch IFT und Blot gesichert, kann man mit ziemlicher Si­cherheit von einer tumorösen Genese der neu­rologischen Symptomatik ausgehen. Die Sen­si­tivität für den Nachweis solcher Antikörper ist jedoch deutlich geringer (ca. 60%).

Die nachfolgende Tabelle gibt Auskunft über die Häufigkeit des Vorkommens der bisher bekann­ten onko­neuralen Antikörper.

    Häufigkeit antineu­ronaler Antikörper, mit freundli­cher Ge­nehmi­gung 

  der Fa.   Eu­roimmun

Der Nachweis para­neoplastischer Autoanti­kör­per ist somit ein di­agnos­tischer Marker für ver­schie­dene paraneo­plastische Erkrankungen. Dieser kann in Serum und Liquor erfolgen. Klinisch bedeutsam ist ein Nachweis auch deshalb, weil die neuro­logische Symptomatik häufig der Tumor­diagnose zeitlich vorausgeht.

Die verwendete Nomenklatur ist verwirrend, entweder werden die ersten beiden Buchstaben des Indexpatienten (z. B. Hu für Hull, Yo für Young, Tr für Trotter, Ma für Margret), oder die Abkürzungen entsprechend der immunhis­tochemischen Fär­bung (z. B. ANNA (antinuk­leäre neuronale Antikörper) oder PCA (Purkinje Cell Antibody). Aus der Vielfalt der in der Literatur be­schrie­benen paraneo­plastischen An­ti­körpern sind die nachfolgend beschriebenen von besonderer Re­levanz.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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