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Lexikon zum Laborbefund

Antikörpersuchtest

Bei der „Antikörpersuche“ unterscheidet man zwischen kompletten (IgM) und inkompletten (IgG) sowie zwischen freien und gebundenen Antikörpern. Isoagglutinine wie Anti-A, Anti-B oder Anti-AB werden als reguläre, durch nicht natürliche Sensibilisierung wie Blut­trans­fu­sio­nen oder Schwangerschaften gebil­dete wer­den als irreguläre Antiköper be­zeichnet.

Komplette Antikörper sind sehr große IgM-Antikörper mit einem Molekulargewicht von ca. 970000 Dalton. Auf Grund ihrer Größe können sie problemlos den physiologischen Abstand zwischen zwei Erythrozyten über­winden und daher ohne weitere Reagentien Erythrozyten agglutinieren.

Die wesentlich kleineren inkompletten Anti­körper (144.000 Dalton) gehören zu den IgG-Antikörpern; sie können trotz erfolgter Bin­dung an die Erythrozyten diese nicht ag­glu­tinieren und müssen deshalb mit spe­ziel­len Rea­gentien zusätzlich nach­gewiesen werden.

Dazu dient der sog. Coombs-Test (Antihuman­globu­lin-Test) oder andere Ver­stär­ker­medien, siehe oben. Ein Anti­körpersuchtest ist essenti­el­ler Be­standteil einer je­den Blutgruppen­bestimmung und Kreuz­probe.

Prinzip: Patientenplasma oder -serum wird mit 2 bzw. 3 kommerziell erhältlichen Testery­thro­zyten der Blutgruppe 0 mit bekannter An­ti­gen­struk­tur gemischt. Der Reaktionsansatz ist in jedem Fall bei 37 °C, u.U. auch bei nie­drigeren Temperaturen, anzusetzen, da Kä­lte­antikörper in der Transfusionsmedizin meist un­bedeutend sind. Dabei sollen die Antigene auf den Test­ery­throzyten mit den häufigsten Antikörpern kor­respondieren (s. a. Richtlinien der Bundes­ärztekammer).

Sind im Patientenplasma oder -serum irre­gu­läre Antikörper vorhanden, werden diese auf der Ober­fläche der Testerythrozyten ge­bun­­den. Gro­ße, irreguläre Antikörper der Klas­­se IgM füh­ren direkt zu einer sichtbaren Ag­glutuination, wäh­rend zum Nachweis von irre­gulären Antikörpern der Klasse IgG zu­sätzlich Antihumanglobulin-Serum (Coombs­-Serum) zu­ge­geben (indirekter Coombstest) werden muss. Bei einem positiven An­ti­körper­suchtest muss dieser differenziert wer­den (z. B. Anti D, Anti E etc., siehe Anti­kör­perdifferenzierung).

          Mit freundlicher Genehmigung der Fa. Bio-Rad Laboratories


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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