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Lexikon zum Laborbefund

Bilirubin

Bilirubin entsteht in der Leber, der Milz und im Knochenmark beim Abbau des Häm-An­teils des Hämoglobins. Bilirubin ist das gelbe Abbaupro­dukt des Hämoglo­bins; es wird in der Leber an Glucuron­säure konju­giert, mit der Galle in den Darm ausgeschie­den und zum Teil dort rückresor­biert (ente­rohepatischer Kreis­lauf).

Man unterscheidet zwischen noch unkonju­gier­tem, indirektem und noch an Al­bumin gekop­pel­tem von direktem, an Glu­curonsäure konju­gier­ten Bilirubin, welches wasserlös­lich ist und über die Niere ausge­schieden werden kann.

Sind die Gallenwege z.B. durch einen Gal­len­stein oder Tumor verlegt, sammelt sich das direkte Biliru­bin im Blut an und wird schließ­lich mit dem Urin über die Nieren ausge­schieden.

Die Bestimmung des Gesamtbilirubins erfolgt nach der sog. DPD-Methode (2,5-Dichlor­phenyl-Diazoniumsalz), die des direktem Bili­rubin mit dem photometrischen Test nach Jen­drassik-Grof.

Normbereich Gesamtbilirubin: bis 1,1 mg/dl,  eine Differenzierung erfolgt nur bei Gesamt-Bi­lirubin-Werten von mehr als  1,8 mg/dl.

Normbereich direktes Bilirubin: bis 0,3 mg/dl Vorwiegend erhöhtes direktes (konjugier­tes) Bi­lirubin findet sich bei:

Hepatitis, Leberzirrhose, Cholestase, Medi­ka­mente, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syn­drom 

Normbereich indirektes Bilirubin: bis 0,8 mg/dl Erhöhtes indirektes (unkonjugiertes) Bili­rubin fin­det sich bei:

hämolytischer Anämie, Icterus neonato­rum, M. Meulengracht, Crigler-Najjar-Syn­drom

Die Anwesenheit des rot-orange-farbigen direk­ten Bilirubins und seinen Abbaupro­dukten führt zu einer auffälligen Dunkel­färbung des Urins.

Normbereich: bis 1,1 mg/dl


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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