Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Kryoglobuline

Kryoglobuline sind Blutproteine, die bei niedri­gen Temperaturen unlöslich sind und dann prä­zipitieren.  Stellt man Serum eines Pa­tienten mit Kryoglobulinen in den Kühl­schrank, so entsteht nach ein bis zwei Ta­gen ein weiß­­licher Bodensatz, der sich nach Er­wär­mung wieder löst. Kryoglobu­line können fol­gendermaßen typisiert wer­den.

Typ I

Monoklonales Immunglobulin, meist IgM, IgG, selten IgA oder Bence-Jones-Protein, Vor­­­kom­men bei M. Waldenström, Plasmo­zy­tom, meist hoher Kryokrit, Häufigkeit ca. 5-10 %, Präzipita­tion meist nach drei bis 18 Stunden

 

Typ II

Gemischte Kryglobulinämie, monoklonales IgM, selten IgA/G, Rheumafaktor-Aktivität (Ver­net­zung Fc), Vorkommen bei idiopathi­schen, lym­pho­proliferativen, au­toimmunen oder infek­tiösen Erkrankun­gen, Häufigkeit ca. 50-65%, Prä­zipi­tation oft nach < 72 h

 

Typ III

Polyklonale Anti-Immunglobuline, meist IgM, bilden mit anderen Ig Immunkom­plexe, an­dere Proteine können mit enthal­ten sein, Vor­kom­men bei autoimmunen oder infektiö­sen Er­krankun­gen, Häufigkeit ca. 30%, Prä­zipitation oft nach 72 h.

Klinisch zeigen sich bei Typ I Blässe, Blau-Vi­olett-Färbung sowie Schmerzen der Finger (Raynaud-Phänomen) oder Absterben von Ge­webe an kälteexpo­nier­ten Stellen wie Na­sen­spitze, Ohren, Zehen- oder Fingerspit­zen. Ne­ben diesen Symptomen findet man besonders bei Typ II und III Hautblutungen, allgemeine Schwäche, Ge­lenk­sschmerzen, Glomeru­lo­neph­ritis und Neu­ritis.

 


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche