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Lexikon zum Laborbefund

Nomenklatur der HLA-DR Allele

Bei den MHC-Klasse II handelt es sich um Zelloberflächenmoleküle, die eine essentielle Funktion bei der immunologischen Erkennung durch T-Helferzellen wahrnehmen. Kodiert werden sie durch die Gene HLA-DR, -DQ und -DP. Jedes MHC-Molekül besteht aus einer alpha- und einer beta-Kette. Im Falle des DR-Mo­leküls werden die beiden Ketten von den Ge­nen HLA-DRA und HLA-DRB1 kodiert, von de­nen nur DRB1 polymorph ist, d.h. nur von die­sem Gen existieren in einer Population eine Viel­zahl unterschiedlicher Allele. Darüber hin­aus besitzt jedes Individuum von beiden Eltern­teilen jeweils zwei DRB1-Allele.

Die serologische Typisierung der DR-Allele führte zur Unterscheidung von 10 verschiedenen Klassen, HLA-DR1 bis -DR10. Molekular­ge­netische Typisierungen zeigten, dass sich diese Klassen weiter aufspalten lassen; so wurde z.B. DR2 in DR15 und DR16 geteilt. Innerhalb dieser Klassen lassen sich eine Vielzahl von Subtypen unterscheiden. Die bisher von DR4 beschriebenen 50 Subtypen werden als HLA-DRB1*0401 bis *0450 bezeichnet.

HLA-Antigene haben verschiedene Be­deutun­gen: 1. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Im­munabwehr. Das wird u. a. deutlich darin, dass eine unzureichende Überein­stimmung des HLA-Systems zu Absto­ßungsreaktionen bei Organ­transplantatio­nen führt.

2. Bestimmte HLA-Typen und Erkrankun­gen stehen miteinander in Verbindung, so dass ihre Bestimmung ein diagnostisches Krite­rium dar­stellt. Eine große Zahl von Krank­heitsbildern zeigen starke Assoziati­onen zu bestimmten HLA-Merkmalen. Der Nachweis der entspre­chen­den HLA-Merkmale erhärtet den Verdacht auf die entsprechende Erkran­kung. Dabei ver­steht man unter einer relati­ven Risikoer­höhung (RR) für eine be­stimmte Erkran­kung den Wert, für den bei einem Träger eines HLA-Merkmals die Wahrscheinlich­keit besteht, tatsächlich zu erkranken. Dennoch gibt es auch Gesunde, die die entsprechenden HLA-Merkmale auf­weisen können. Die HLA-Bestimmung kann also nie­mals die Diagnose sichern, jedoch die Wahr­scheinlichkeit ihrer Richtigkeit erhö­hen. Zur Er­läuterung sollen nachfolgend ausge­wählte Er­krankungen dienen:


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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