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Lexikon zum Laborbefund

Faktor XIII-Polymorphismus

Faktor XIII, auch als Fibrinstabilisierender Faktor oder Laki-Lorand-Faktor bezeichnet, ist ein Proenzym (Zymogen), das durch Thrombin und Ca2+ zur aktiven Transglutaminase (Faktor XIIIa) umgewandelt wird. Diese Transglutami­nase ist für die Quervernetzung der Fibrin α- und g-Ketten und des α2-Plasmins verantwortlich. Da­­durch wird das Fibrin stabilisiert und vor Abbau durch das fibrinolytische System ge­schützt, wodurch eine vorzeitige Auflösung eines eine Wunde verschließenden Fibrinnetzes verhindert wird. Die mit einer Allelfrequenz von etwa 0,25 auftretende Polymorphismus G163T (Val34Leu) im Faktor XIII-Gen führt zu er­höhter Faktor XIII-Aktivität und ist nicht mit dem sehr seltenen kongenitalen Faktor XIII-Mangel zu verwechseln. Die G163T-Mutation hat offenbar eine Schutzwirkung gegen Herz­infarkt, Hirninfarkt und venöse Thrombosen. Die Schutzwirkung erscheint bei homozygotem Vor­liegen der Mutation besonders eindrücklich, der genaue Mechanismus dieser Wirkung ist unklar. Gleichzeitig scheint die Mutation cere­brale Blu­tungen zu begünstigen. Insbesondere bei gleich­zeitigem Vorliegen des PAI 4G-Allels ist ein erhöhtes Risiko für habituelle Frühaborte be­schrie­ben. Bei gleichzeitigem Vorliegen von Fak­tor XIII (Val34Leu) und Faktor II (20210A) scheint das Herzinfarktrisiko erhöht statt ernie­drigt zu sein.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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