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Lexikon zum Laborbefund

Plättchen-Glykoprotein Ia (GP-Ia)

Plättchen-Glykoprotein Ia (GP-Ia) ist Bestandteil eines Kollagenrezeptors auf Thrombozyten. Der entsprechende Glykoproteinkomplex gehört zur Familie der Integrine und trägt zur Blutstillung nach einem Gefäßschaden bei. Der Poly­morphismus C807T verursacht eine verstärkte Expression des Rezeptors auf der Thrombo­zy­tenoberfläche mit verstärkter Neigung zur Throm­bozytenaggregation.

Die Häufigkeitsver­tei­lung in der Bevölkerung be­trägt etwa 17 % 807TT, 36 % 807CC und 47 % 807CT. Das homozygote Vorliegen der Vari­ante 807TT wird mit Myokardinfarkten und Zentralvenenthrom­bosen assoziiert, außerdem ist ein erhöhtes Ri­siko für ischämische Schlag­anfälle und für Früh­aborte beschrieben. Homo­zygote Träger der 807CC-Variante haben dage­gen ein mild er­höhtes Blutungsrisiko. Die Kombination von GP-Ia 807TT mit der HPA-1b-Variante des Fi­bri­no­gen­rezeptors GP-IIIa ist stark synergistisch und stellt einen sehr starken Risikofaktor für arterielle Gefäßkomplikationen dar.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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