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Lexikon zum Laborbefund

Plasminogen-Aktivator-Inhibitor (PAI)

Plasminogen ist die inaktive Vorstufe von Plas­min. Plasmin lysiert Fibrin und Fibrinogen. Wichtigster Aktivator des Plasmino­gens ist der Tissue-Plasminogen-Aktivator (t-PA). Damit ist t-PA für die Thrombolyse von entscheidender Bedeutung. Die Re­gulation des t-PA-Spiegels er­folgt über In­hibitoren. Wichtigster Inhibitor des t-PA’s ist der Plasminogen-Aktivator-Inhibitor (PAI).

Plasminogen-Aktivator-Inhibitor (PAI), ein sog. Serin-Protease-Inhibitor, hemmt die Aktivität von Tissue-Plasminogen-Aktiva­tor (t-PA) und hat daher bei erhöhter Kon­zentration einen anti­fibrinolytischen Ein­fluss. Funktionell weist da­her eine gestei­gerte PAI-1-Aktivität im Blut auf eine ent­sprechend verminderte fibrinolytischen Aktivität mit erhöhter Thromboseneigung hin.

Die PAI-Konzentration im Plasma ist ge­netisch determiniert und insbesondere mit dem 4G/5G-Polymorphismus in der Pro­motorregion assozi­iert. Die Genotypen 4G/4G finden sich bei 30%, 5G/5G bei 25% und 4G/5G bei 45% der Be­völke­rung. Das 4G-Allel führt zu erhöhten PAI-Konzentrationen und ist in homozygoter Form (4G/4G) mit einem erhöhten Risiko (OR 1,5 bis 3) für den Myokardinfarkt as­soziiert. 4G/5G Heterozygotie ist bei gleichzeitigem Vorliegen ei­nes Faktor V-Leidens ein Risiko­faktor für Thromboem­bolien.

Bei Patientinnen mit In-vitro-Fertilisation (IVR) soll bereits die heterozygote Muta­tion die Wahr­scheinlichkeit einer ausblei­benden Schwanger­schaft erhöhen.

Hohe PAI-Spiegel finden sich aber auch – wahr­scheinlich gewichtsbedingt -  bei Dia­betikern und übergewichtigen Patienten und stellen somit einen weiteren Risiko­marker insbesondere für Thrombosen und kardiovaskuläre Erkrankungen dar.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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