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Lexikon zum Laborbefund

Harnsäure

Harnsäuren werden sowohl mit der Nah­rung aufgenommen als auch im Körper produziert und zum größten Teil über die Niere ausgeschieden. Harnsäure ist das Endprodukt des Purin­stoffwech­sels. Zu erhöhten Harnsäurekon­zen­tra­tionen in Serum und Urin kommt es sekun­där bei der Gicht, überdurchschnittlich häu­fig ver­gesell­schaftet mit Adipositas, Diabetes mel­litus, Hy­pertonie und Hyperlipidämie, sowie bei verschie­denen Erkrankungen des blutbilden­den Systems (Zellabbau). Aber auch Medika­mente, Alkohol oder Fasten können einen Gicht­anfall verursa­chen. Bei der primären Form der Gicht wird nicht genügend Harnsäure über die Niere ausgeschieden. Seltener kann es auch durch eine Überproduktion von Harnsäure zu ei­ner pri­mä­ren Gicht kom­men. Nach mehreren Gicht­anfäl­len kann sich eine Arthritis urica im Groß­zehen­grundgelenk herausbilden. Vermin­derte Harn­säurespiegel können therapeutisch bei Allo­puri­nol-Gabe, als Nebenwirkung anderer Medi­ka­mente oder bei angebore­nen Enzymde­fekten auf­treten.

Abhängig von der Ernährung kann der Harn­säure­gehalt sehr stark schwanken, unauf­fällige Harn­säurewerte nach einem Anfall schließen eine Gicht nicht aus.

Normbereich:  Männer 2,2 bis 7,8 mg/dl,  Frauen 2,0 bis 6,5 mg/dl.

Der Nachweis erfolgt durch die enzymati­sche Spal­tung der Harnsäure (Uricase) und die an­schlie­ßende Bestimmung des gebildeten H2O2.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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