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Lexikon zum Laborbefund

Campylobacter

Campylobacter je­juni (s. auch Bakteriologie), ein gramnegatives, mikroaerophiles und polar begeißeltes korkenzieherförmi­ges (Spiro­chäte) Bak­terium, gilt als Er­re­ger von Enteriti­den mit schleimig-wässri­gen, z.T. blutigen Durchfällen mit erhöhter Entleerungsfrequenz (bis 20 pro Tag). Weiterhin typisch sind krampf­artige peri­umbilikale Bauch­schmerzen, Tempe­ratur­erhö­hung bis 39 °C und Erbrechen. Bei ver­mehrtem Auftreten in der warmen Jah­reszeit fin­det sich ein Altersgipfel für Kin­der bis zu 12 Jahren, je­doch können auch Erwachsene erkran­ken. Viele Fälle von sog. Reisediarrhoe werden durch Cam­pylobacter jejuni verursacht.

Der Krankheitsverlauf ist in der Regel gut­artig, die enteritischen Symptome ver­schwinden meist spontan nach 4 bis 8 Ta­gen. Die Erreger können bis zu 3 Wochen ausgeschieden werden. Eine antibakteri­elle Chemotherapie kann in der An­fangs­phase die Schwere der Symptomatik und die Dauer der Erkrankung vermindern: Mittel der Wahl sind - je nach Resis­tenz- Erythromy­cin, Roxithromycin oder Gyrase-Hemmer. Ei­nige Autoren haben über sel­tene Fälle mit Septi­kä­mie berichtet, bei denen der Erreger in Blut­kulturen nach­gewiesen werden konnte. Häufiger wird in späteren Krankheitsstadien eine postin­fektiöse Arthritis oder ein Reiter-Syndrom be­schrieben.

Über die Epidemiologie und Übertra­gungswege ist noch wenig bekannt. Erre­gerreservoir sind in erster Linie Haustiere und Wildgeflügel. Die In­fek­tion erfolgt wahrscheinlich durch kon­tami­nierte Le­bensmittel oder, -beson­ders bei Kin­dern-, durch direkten Kontakt mit dem Kot von Geflügel (Hühner, Enten), Hühnerfleisch, Roh­milch oder verunreinigtem Wasser. Serologische Methoden haben ihren Wert vor allem in späte­ren Krankheits­stadien, bei der postinfektiösen Arthri­tis und bei epi­demiologischen Frage­stel­lun­gen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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