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Lexikon zum Laborbefund

Echinococcose

Bandwürmer sind Parasiten und  entwi­ckeln und verbreiten sich durch einen Wirtswechsel. Die Larven der mikrosko­pisch kleinen Hunde- (E. gra­nulosus) und Fuchsbandwürmer (E. multilo­cularis) be­fallen beim Menschen insbesondere Le­ber, aber auch Lunge, Gehirn und Herz.

Echinococcus granulosus, der Hunde­bandwurm, und Echinococcus multilo­cula­ris, der Fuchs­bandwurm, verursa­chen unterschiedliche Krank­heitsbil­der: E. gra­nulosus ruft die zystische Echi­nokokkose, und E. multilocularis die al­veo­­läre Echi­nokokkose hervor.

Die Aufnahme der Bandwurmeier er­folgt entwe­der durch Verzehr von ro­hem oder fast rohem Fleisch, Obst oder direkten Wirtskontakt Neben Füchsen können auch solche Haustiere, die Kontakt mit Wirten hat­ten, für die Übertragung des Fuchsbandwurms verant­wortlich sein.

Die Larven durchdringen die Darm­wand bis in die Blutbahn und erreichen so Le­ber, Lunge oder Gehirn des Men­schen. Sie entwickeln sie dort zu Fin­nen weiter, die sich bei der Zystischen Echi­nokokkose als einzelne Zyste und bei der alveo­la­ren Echinokokkose tu­morartig weiter entwi­ckeln.

Echinococcus granulosus bildet meist Zysten in der Leber, seltener in Lunge, Ge­hirn und ande­ren Organen, die ein Druckgefühl und Schmer­zen im Ober­bauch oder auch Atembeschwerden und Husten hervorrufen können. Echi­nococcus multilocularis bildet in der Leber tumorar­tige, knotige Verwach­sungen mit hepati­tisähnlichen Sym­ptomen.

Neben bildgebenden Verfahren erfolgt die Diag­nose über den Nach­weis spezifi­scher Antikörper oder Anti­gene im Blut, manch­mal ist eine Eosi­nophilie zu be­obachten. Therapeutisch kommt eine operative Entfernung der Zysten bzw. be­fallenen Organabschnitte sowie eine Behandlung mit Praziquantel oder Alben­dazol in Frage. Ist eine opera­tive Entfernung nicht möglich, ist eine Langzeit­behand­lung mit einem Parasitenmittel wie  Me­benda­zol notwendig. In speziellen Zent­ren wird inzwischen eine ultraschallgesteuerte Zys­ten-Punktion nach Vorbehandlung mit Al­bendazol durchgeführt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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