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Lexikon zum Laborbefund

Helicobacter pylori

Helicobacter pylori, ein gramnegatives, mikroae­rophiles Bakterium ist bei Ge­sun­den zu etwa 10% zu finden, wäh­rend Pa­tienten mit Gastritis oder Ul­cuskrankheit zu etwa 70% Keimträger sind. Der Erreger ist zwar säureemp­findlich, kann jedoch in direkter Umge­bung von Magen­schleim­hautzellen durch Produktion von basi­schen Sub­stanzen über­stehen.

Zur Erstellung der Di­agnose diente bis­lang die Anzüchtung aus Bi­opsie-Material (Ma­gen­schleimhaut aus dem Antrum-Be­reich). Diese ist jedoch zeit­raubend und zudem recht unemp­find­lich. Deutlich ein­fa­cher ist der Direkt­nach­weis im Stuhl oder mit­tels Atem­test.

Bei erfolgreicher Therapie fällt die Anti­gen-Konzentration im Stuhl von infizierten Patienten schnell ab. Findet man 7 Tage nach Abschluss der Therapie jedoch noch ein positives Resultat im Stuhl-Test, ist es ein Hinweis, dass die The­rapie nicht er­folgreich war. Ein wiederholter Nachweis von He­licobacter pylori nach einer Kombinationsthera­pie kann für eine Resistenz­entwicklung sprechen und sollte eine gezielte Therapiekombination nach Antibiogramm nach sich ziehen.

Der Nachweis spe­zifischer Anti­körper ist eben­falls möglich und kann als Therapieverlaufskon­trolle einge­setzt werden. Durch eine gezielte Be­handlung fallen die spezi­fi­schen IgG-An­tikörper nach einigen Wo­chen deutlich ab.

Mögliche therapeuti­sche Ansätze bestehen in der Gabe von Wismut-Salzen, Anta­cida sowie Amo­xicil­lin oder Metronidazol.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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