Lexikon zu Ihrem Laborbefund

Mit onlinebefunde können Laboraufträge jetzt einfach und schnell elektronisch erfasst werden – das System spart Ihnen Zeit und Ressourcen.

Lexikon zum Laborbefund

Hepatitis B

Der Erreger der Hepatitis B (HBV) ist ein behüll­tes doppelsträngiges DNA-Virus. Eine Über­tragung erfolgt durch Kontakt mit einer vi­rushaltigen Flüs­sigkeit, z. B. Blut, Speichel, Sa­men- oder Scheidenflüs­sigkeit. Eintritts­pforten sind kleinste Haut- oder Schleimhautverletzun­gen. Die Inku­ba­tionszeit beträgt bei HBV zwi­schen ein und 6 Monaten. Es kann zu einer He­patitis mit Fieber, Müdigkeit und Ver­dauungsbe­schwerden kommen, oft­mals zeigen sich auch keine Sym­ptome. Bei einer chroni­schen Hepati­tis B können die Symptome einer Leber­entzün­dung sowie die entspre­chende Laborparameter länger als 6 Mo­nate persistieren. Chronisch ver­läuft diese Erkrankung in 5 bis 10 % der Fälle. Die Labordiagnose erfolgt über den Nachweis von Virus-Antikörpern, Vi­rus-Antigenen und Virus DNA.

Zu Beginn einer Infektion lassen sich HBs-Anti­gen sowie HBc-Antikörper (IgM und später IgG) nachweisen. Nachdem zusätz­lich als weiteres Anti­gen HBe-Anti­gen nachweisbar ist, wird bei normalem Verlauf zunächst Anti-HBe und dann Anti-HBs ge­bildet.  Sind die entsprechenden An­tikör­per gebil­det, ist das entsprechende Anti­gen in der Regel nicht mehr nach­weisbar. Im Verlauf der ausheilenden In­fektion ver­schwindet zu­nächst Anti-HBe, später dann auch häufig Anti-HBs, sodass bei einer alten ausgeheilten In­fek­tion nur noch Anti-HBc nachweisbar ist.

        Antikörper bei HBV-Infektion (aus Roche-Broschüre)

Anti-HBe und HBe-Antigen werden zur Prüfung der Infektiosität und Verlaufs- oder Therapie­kon­trolle einer chroni­schen HBV-Infektion be­nö­tigt. Positi­ves HBe-Anti­gen spricht für eine Virus­replikation mit entsprechender Infekti­osi­tät. HBe-AK sprechen für eine be­ginnende Im­munant­wort gegen eine früher durchgemachte Hepatitis B-In­fektion, auch wenn noch keine voll­ständige Immunität gegen HBs-Ag entwi­ckelt wurde (HBs-AK neg.). Der Nachweis von Virus-DNA im Blut be­weist eine aktive chroni­sche Hepatitis.

Geimpfte Personen bilden Anti-HBs, je­doch kein Anti-Hbc, somit ist der Nach­weis von Anti-HBc beweisend für eine frü­here Infektion. Nach den Emp­fehlungen der Ständigen Impfkommis­sion (STIKO) haben nur Patienten mit Anti-HBs ei­nen ausreichenden Impf­schutz.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


Suche