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Lexikon zum Laborbefund

Herpes-simplex-Virus-(HSV)

Herpes simplex Virus (HSV), ein behüll­tes, dop­pelsträngiges DNA-Virus, wird in die Spezies HSV-1 und HSV-2 un­terteilt und ist Erreger  vieler  Erkran­kungen, die von lokalisierten Haut- oder Schleimhautläsio­nen bis zur schweren dis­seminierten In­fektionen reichen.

HSV-1 wird oft durch Speichel über­tra­gen, es re­sultieren meist Haut- und Schleimhaut-Infekti­o­nen, während HSV-2 überwiegend genital über­tra­gen wird und Infektionen der Ge­nitalregion verur­sacht. Typischer­weise kommt es an der Eintrittspforte von HSV zu einer lokalen Entzün­dungsreaktion mit Bläschen oder Krusten. Viele primäre HSV-Infektio­nen verlaufen jedoch symp­tomlos. Ab­hängig vom Immunitätsstatus kann es zu Reakti­vierungen kommen, da HSV in den Gang­lien des Wirtsorganismus persistiert. HSV kann aus Bläschenin­halt, Schleimhautab­strichen und aus Liquor nachgewiesen werden.

HSV-2 kann bei Erwachsenen häufiger eine Me­ningitis verursachen, während die Enzephalitis in der Mehrzahl der Fälle durch Typ 1 hervorgeru­fen wird. Die Infektion verläuft bei Erwachsenen in der Regel schwer und bei Neugeborenen oft töd­lich.

Neben dem nach ca. 10 Tagen mögli­chen Anti­körpernachweis mit Differen­zierung von IgM- und IgG-Antikörpern ist der Di­rektnachweis von HSV mittels IFT oder PCR aus infiziertem Mate­rial zu empfeh­len.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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