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Lexikon zum Laborbefund

HIV

Die Diagnose einer frischen HIV-Infek­tion er­folgt bislang durch den serologi­schen Antikör­pernachweis im Serum. Der über­wiegende Teil der Infizierten entwickelt in­nerhalb von 6 Mo­naten messbare Antikör­pertiter. In Extrem­fällen kann diese Zeit­spanne der „Se­rokonversion“ je­doch bis zu drei Jahren dauern, andererseits ist der Nachweis der Antikörper aber frühestens ab der 5. bis 10. Woche nach stattgefun­dener Infektion möglich. Bei AIDS-Patien­ten im fortgeschritte­nen Stadium und bei Immunsupprimierten kön­nen in selte­nen Fällen die üblichen Antikörper-Tests darü­berhinaus völlig versagen. HIV, ein Retro-Virus vermag sein Ge­nom in die DNS der infizierten menschlichen Zelle einzubauen. Be­reits in diesem frühen latenten Infekti­onsstadium sind die Patienten infek­tiös. Die meisten bislang verwendeten HIV-Tests weisen nicht den Erre­ger selbst, sondern lediglich Antikörper nach. Die schnelle Diagnose der HIV-Infektion durch PCR kann dagegen eine frühzeitig einset­zende medizini­sche Betreuung ermögli­chen, und das Wissen um eine Infektion kann die An­steckung weiterer Personen (Sexual­partner, Hämophile, Blut-, Ge­webe- und Organspender) verhindern. Zwi­schen 14 und 40 % der von seropositi­ven Müttern geborenen Kinder werden selbst mit dem HI-Virus infiziert, wenn die Erkrankung bei der Mutter unbekannt war oder keine adäquate Betreuung der Schwangerschaft erfolgt. Da Anti­körper der Mütter bis zu 18 Mo­naten per­sistieren können, ist es schwierig, zwi­schen mütterlichen und kindlichen Anti­körper zu differenzieren. Ein po­sitives PCR-Ergebnis weist in solchen Fällen mit Sicherheit eine kindliche HIV-Infektion nach. Posi­tive HIV-Antikörpersuchtests können nicht immer zweifelsfrei mit kon­ventio­nellen Techni­ken (Western-Blot) bes­tätigt werden. Fragliche Western-Blot-Ergebnisse erfordern mehrfache Kon­troll­untersuchungen über einen länge­ren Zeit­raum. Ein positives PCR-Er­gebnis kann auf­grund der sehr hohen Spezifität dieser Methode viel eher zur Klärung solcher se­rolo­gisch unkla­rer Fälle beitragen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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