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Lexikon zum Laborbefund

Lues

Die Syphilis (Lues venera) wird durch das zu den Spirochäten gehörende Bakterium Trepo­nema pallidum verur­sacht und wurde Ende des 15. Jahr­hunderts aus Amerika nach Spanien mit­gebracht und verbreitete sich von dort aus rasch in Eu­ropa.

Die Infektion erfolgt durch den Ein­tritt der Erreger über kleine Verletzungen an Haut und Schleimhäuten, meist bei Ge­schlechts­verkehr. Die Übertragung des Erregers kann darüber hinaus be­reits im Mutterleib erfolgen (Lues con­nata).

Description: FTA_2

Fluoreszenz-Treponema-Antikör­per-Absorptions-Test

Serologisch wird im Serum des Pati­enten nach Anti-Treponema pallidum Antikör­pern gesucht, die nach einer Luesinfektion auftreten und auch eine durchgemachte Syphilis anzeigen. Für die Syphilisdia­gnostik werden folgende Tests durchge­führt:

1. TPHA (Lues-Suchreaktion)

Treponema pallidum-Hämagglutinationstest: Der Screeningtest zum sensitiven Nachweis einer fri­schen oder zurückliegenden Infektion. Der Titer fällt nach suffizienter Therapie wieder ab, bleibt aber in der Regel lange Zeit (oft lebenslang) re­aktiv.

2. VDRL

Der Venereal Disease Research Laboratory-Test ist ein Cardiolipin-Mikroflockungstest zum Nachweis von Lipoid-Antikörpern. Er dient der Beurteilung der Aktivität einer Infektion, ist al­leine aber nicht luesspezifisch. Er wird oft etwas später reaktiv als die anderen Tests und kann da­her bei einer sehr frischen Infektion (noch) ne­gativ sein.

3. Treponema pallidum IgG ELISA

Dieser quantitative Enzymimmunoassay ersetzt den bisherigen FTA-Test. Er hat sich als sehr sensitiv erwiesen. Durch die quantitative Aus­sage erlaubt der Test - wie auch TPHA und VDRL - eine Verlaufsbeurteilung und ist mit zur Therapiekontrolle geeignet.

4. Treponema pallidum IgM ELISA            

Der IgM-Test analog zu 3. ersetzt den bisherigen FTA-Abs-IgM-Test und ist wie der Vorgänger etwas weniger sensitiv ausgelegt, um eine mög­lichst gute Aussagekraft zu Frische und Thera­piebedürftigkeit einer Lues zu erreichen. Zu be­achten ist, dass bei chronischen (auch Neuro­lues) oder Zweitinfektionen der IgM-Nachweis nicht unbedingt reaktiv sein muss, hier sind häu­fig auch nur hohe IgG-Antikörper nachweisbar.

5. Treponema pallidum IgM Immunoblot

Der rekombinante Blot als IgM-Bestätigungstest empfiehlt sich immer bei Verdacht auf eine frische bzw. behandlungsbedürftige Lues. Er hat eine hohe Spezifität und erlaubt eine Beurteilung von Antikörpern gegen isolierte T.pallidum-Antigene. Zur kurzfristigen Verlaufskontrolle ist er weniger geeignet, da das IgM individuell sehr unterschiedlich lang persistiert.

Bei behandlungsbedürftigem Befund und unbe­kan­ntem Infektionszeitpunkt muss zum Aus­schluss einer Neurolues auch die Liquorunter­su­chung empfohlen werden. Die Diagnose einer Neurolues ist durch die gleichzeitige Beurteilung von Serum und Liquor möglich. Die Lues ist nach dem Infektionschutz­gesetz bei Erkran­kung oder Tod melde­pflich­tig. Mittel der Wahl ist Pe­nicillin. Eine Behandlung und Aufklä­rung der Ge­schlechts­partner sollte gleich­zeitig er­folgen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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