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Lexikon zum Laborbefund

Masern

Das Masernvirus (Morbilli) gehört zu den Para­myxoviren und ist eine syste­mische Infektions­erkran­kung. Die Verbreitung erfolgt aerogen durch Tröpf­cheninfektion oder direkten mensch­lichen Kontakt. Die Erkrankung ist daher äu­ßerst an­steckend und beginnt zunächst mit Fie­ber, Konjunktivitis und katarrhalischer Sympto­matik. Nach ei­nigen Tagen geht die Er­krankung in das Exanthemstadium über mit ma­kulopapu­läre Effloreszenzen, be­gin­nend hinter den Ohren und im Gesicht, sich rasch über den ganzen Kör­per aus­breitend. Danach erfolgt Entfiebe­rung und Abblassen des Exanthems. Die als schwere Komplikation auftre­tende Ma­sern-Meningitis be­ginnt ei­nige Tage nach Auftreten des Exan­thems mit Initialsymp­tomen wie Kopf­schmerzen und Meningis­mus. Postinfektiös ent­steht regel­mäßig eine Immunsuppression von etwa 6 Wo­chen Dauer. Noch Jahre nach einer durchge­mach­ten Infektion kann eine sklerosie­rende Pa­nenzephalitis (SSPE) auftreten, die im­mer letal endet.

Masern haben eine Inkubati­ons­zeit von ca. 14 Tagen. IgM-Antikör­per sind ca. 2 - 5 Tage nach Exanthe­mausbruch nach­weisbar.

In der Gravidität können Masern zum Abort oder zur Frühgeburt führen. Miss­bil­dungen werden selten beo­bachtet. Schwangeren Patientinnen, sofern Ma­sern-IgG negativ, sollten des­halb so­fort nach Masern-Kontakt ein Immunglobulin zur Prophylaxe verabreicht bekommen. Für me­dizinisches Personal ist eine Impfung gegen Ma­sern als obligat anzusehen. IgG-AK-Spie­gel bleiben nur nach der aktiven Immunisierung über lange Zeit beste­hen, die Immunität kann allerdings in Einzelfällen nicht lebenslang beste­hen bleiben.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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