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Lexikon zum Laborbefund

Gramfärbung

Die  Gramfärbung lässt eine Einteilung der Bakte­rien hinsichtlich des Aufbaues Ihrer Zell­wand in gramnegativ und grampositiv zu. Diese Einteilung hat sich von großem Nutzen für die medizinische Bakteriologie erwiesen, da gram­positive und gramnega­tive Bakterien sich hin­sichtlich ihrer Pa­thogenität und Antibiotika-emp­findlichkeit unterscheiden. Daneben gibt es aber auch einige Bakterien, die sich gramlabil dar­stellen.

Färberezept:

1. Luftgetrockenetes (evtl. neben der Flamme), hitzefixiertes Präparat 1 Minute mit Karbolgen­tianaviolett oder Kristallvio­lett bedecken (Fixie­rung  an Unterseite des OT. Denaturierung der Proteine).

2. Mit Leitungswasser abspülen

3. 1 min beizen mit Lugol’scher Lösung

4. Mit Leistungswasser abspülen

5. Differenzierung in 96% igem Alkohol Dazu wird mehrfach mit 96% igem Alkohol entfärbt bis keine Farbwolken mehr abge­hen.

6. Abspülen

7. 1 min Gegenfärben mit wässriger Fuch­sinlö­sung

8. Abspülen und lufttrocknen lassen.

Mikroskopie: Ölimmersionsobjektiv 100 : 1 Grampositive Bakterien sind blauviolett, gram­negative rot. Beurteilt werden Farbe, Morpholo­gie, Lagerung, Größe.

Prinzip: Bei der Färbung mit Karbolgentia­violett und Beizung mit Lugol’scher Lö­sung entsteht in der Zelle ein Jod-Farb­stoff-Komplex, der bei gram-positiven Keimen unter der Einwirkung eines Diffe­renzierungsmittels (Alkohol) auf­grund der zahlreichen, miteinander vernetzten Pep­tidoglycanschichten in der Zelle fest­gehalten wird; in diesem Fall behalten die Mikroorganis­men den blauen Farbkom­plex.

Bakterien, deren Zellwand demgegenüber nur über eine dünne Mureinschicht ver­fügt, geben den violetten Farbstoff unter Alkoholeinwirkung wieder ab. Bei der nachfolgenden Gegenfärbung mit wässri­gem Fuchsin nehmen die Keime das Fuchsin auf und erscheinen rot (gramne­gativ).

Die Färbung ist aber nicht nur von der Struktur der Zellwände abhängig, sondern wird zusätzlich durch das Alter der Kultur, den Vitalitätszustand des Organismus und die Übung/Erfahrung des Untersuchers beeinflusst. Unter ungünstigen Be­dingun­gen können deshalb grampositive Bakte­rien gramnegativ erscheinen und umge­kehrt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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