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Lexikon zum Laborbefund

Kulturverfahren für Anaerobier 

Obligate Anaerobier können sich in Ge­genwart von Sauerstoff nicht vermehren und werden häu­fig sogar durch Sauerstoff oder toxische Reakti­onsprodukte abgetö­tet. Zur Kultivierung von Anaerobiern ist deshalb eine Gasatmosphäre er­forderlich, aus der auf physikalischem, chemi­schem oder biologischem Wege Luftsauerstoff entfernt wurde. Zudem sollten die Kultur­medien ein niedriges Redoxpotential auf­weisen. Häufig werden komplexe Univer­salnährböden wie BHI oder Blutagar ver­wendet, denen Reduktionsmit­tel wie Cystein, Na-Thioglycolat oder Ascorbin­säure zugesetzt werden.

Flüssige Anreicherungsmedien, die in ho­her Schicht in Reagenzgläser abgefüllt wurden, wer­den an der Luft nur langsam von oben nach un­ten aufoxidiert. In tiefe­ren Schichten ist somit ein Wachstum von Anaerobiern möglich. Durch Überschich­tung mit fest werdendem Paraffin wird weiterer Luftzutritt unterbunden.

Für anaerobe Oberflächenkulturen werden meist sogenannte Anaerobiertöpfe ver­wendet. Diese werden mit Kulturschalen beschickt und die Sauerstoffspannung durch chemische Mittel bzw. Flutung mit einem sauerstofffreien Gasge­misch er­niedrigt. 

Bei der Diagnostik von Anaerobiern ist es beson­ders wichtig, dass die Proben zügig bear­beitet werden, damit die Keime nicht zu lange dem Luftsauerstoff ausgesetzt sind.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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