Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Sputum, Bronchialflüssigkeit

Sputum ist Auswurf aus den tiefen Luftwe­gen. Aufgrund der häufig auftretenden Speichel Bei­mengung ist die Untersu­chung oft wenig aussa­gekräftig. Um die Aussagekraft zu optimieren, ist es wichtig, einige Punkte bei der Entnahme zu be­achten:

Es sollte morgens abgehustetes Sputum verwen­det werden.

Patienten müssen über die richtige Ge­winnung informiert werden.

Vor dem Abhusten sollte der Mund mehr­mals mit Leitungswasser gespült und die Zähne ge­putzt werden.

Damit sich die Lunge gut entfalten kann und so­mit die Sputumproduktion angeregt wird, sollte vor dem Abhusten eine spe­zielle Atemtechnik angewendet werden: Tief ein- und ausatmen und nach jedem Einatmen für ca. 3-5 sek. den Atem an­halten. Dies wiederholt der Patient mehr­mals.

Nun atmet der Patient erneut tief ein und Sputum kann abgehustet werden. Werden nur geringe Er­regermengen er­wartet, so ist es hilfreich, meh­rere Proben von verschiede­nen Zeitpunkten zu ent­nehmen und einzusenden.

Besser ist Material, das durch Bron­choskopie gewonnen wird, da Sputum praktisch immer mit Mundbakterien kon­taminiert ist. Der Kulturan­satz ist wie bei Rachenabstrichen.

Bewertung der Befunde:

Während Bronchialflüssigkeit öfters frei von Be­geleitkeimen ist, erweist sich Spu­tum in der Re­gel als verunreinigt durch Keime der normalen Mund- u. Rachen­flora. Als sicherstes Zeichen der Beimen­gung von Speichel gilt der Nachweis von vergrünenden Streptokokken. Mit Aus­nahme weniger Erreger (Tb, Milzbrand) werden praktisch alle Bakterienspezies, die als In­fekti­onserreger in Frage kommen, auch in den höhe­ren Ab­schnitten des Respirati­onstraktes von ge­sunden Personen gefunden. Ihr Nachweis ist deshalb, wenn sie nur in geringe Menge vorlie­gen, mit Zurückhaltung zu bewerten. Bei akuten Infektionen liegen die Erreger meist in größerer Menge vor, oft sogar in Reinkul­tur.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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