Lexikon zu Ihrem Laborbefund

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Lexikon zum Laborbefund

Urin 

Eine exakte Gewinnung und Verarbeitung des Urins sind wichtige Vorraussetzungen für die Beurteilung. Eine Kontamination kommt auf­grund der anatomischen Ver­hältnisse relativ häu­fig vor und erschwert das Untersuchungsverfah­ren. Daher ist es wichtig, dass der Patient über die richtige Entnahmetechnik und Transport un­ter­richtet ist. Bei Mittelstrahlurin kommt es häu­fig zur Verunreinigung mit Bakterien aus der Urethra, aus dem Präputialbereich oder aus dem Vaginaltrakt. Hände und Geschlechtsteile sollten vor der Gewin­nung gründlich gereinigt werden. Die erste Urinportion kann für die mikrobiologi­sche Untersuchung nicht genutzt werden, da hier noch Bakterien aus der Harnröhre beigemischt sind. Nachdem der Harn­strahl der ersten drei Se­kunden verworfen wurde, werden ca. 20 ml in einem sterilen Gefäß mit breiter Öffnung ohne Unterbre­chung des Harnstrahls aufgefangen. Von der Uringewinnung bis zum Ansatz sollten nicht mehr als 2 Stunden vergehen; ist dies nicht möglich, Probe kühl lagern.

Entnahme 3-5 Stunden nach der letzten Miktion (Morgengewinnung) vor antibiotischer Therapie oder 3 Tage nach Beendigung.

Ansatz: Der Urin wird vor der Verarbeitung gut durchmischt. Der Ansatz erfolgt aus unzentrifu­giertem Urin. Zuerst wird ein Grampräparat an­gefertigt. Dazu wird ein Tropfen Urin auf ei­nen Objektträger gege­ben und nicht verteilt. Nach­dem das Prä­parat getrocknet ist, wird es mehr­fach durch eine Flamme gezogen und kann dann gefärbt werden. Eine Columbia- und eine Mac­Conkey-Platte werden in der 3-Ösen-Tech­nik beimpft. Zusätzlich wird eine weitere Colum­bia­platte zur Keim­zahlbestimmung ange­legt. Die Platte wird halbiert und eine Hälfte mit einer ka­lib­rierten Impföse, die ein Volumen von 10 µl fasst, beimpft. Die zweite Hälfte wird ent­spre­chend mit 10 µl Urin einer 1:100 Ver­dün­nung beimpft. Zusätzlich werden die Urin-Pro­ben auf antibakterielle Hemm­stoffe getestet.

Bei Urineintauchnährböden erfolgt die Be­urtei­lung der Keimzahl semiquantitativ durch die Be­urteilung des Cled-Agars auf Bakterienwachs­tum mit Hilfe der mitge­lieferten Ableseschab­lone. Die Keimzahl­angabe erfolgt von 103 bis ³ 106. Bei makroskopisch sichtbarem Bakterien­wachstum wird eine Subkultur auf Colum­bia- und MacConkey in Form eines 3-Ösen-Aus­strichs angelegt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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