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Lexikon zum Laborbefund

Gattung Acinetobacter

Stichworte

A. baumannii, Nonfermenter

Vorkommen

Acinetobacter-Arten sind in der Natur weit ver­breitet und können sowohl in trockener als auch feuchter Umgebung lange über­leben. Nach P. aeruginosa sind sie der zweithäufigste Non­fermenter in menschli­chen Proben. Beim gesun­den Menschen können sie gelegentlich auf der Haut vor­kommen. Die für die Humanmedizin wich­tigsten Arten sind A. baumannii, A. lwoffii, A. haemolyticus, A. junii und A. johnsonii.

Aussehen

pleomorphe (kokkoid-fädige) gramnega­tive Stäb­chen

Eigenschaften/Pathogenitätsfaktoren

Vertreter dieser Gattung gehören zur Fa­milie der Moraxellaceae. Aufgrund einer möglichen Mul­tiresistenz und der Fähig­keit auf den meisten Oberflächen zu überleben, gewinnt diese Gat­tung zuneh­mend als Erreger nosokomialer In­fektio­nen an Bedeutung.

Klinik

Acinetobacter verursacht ambulante und nosoko­miale Pneumonien, v. a. bei beat­meten Patienten. Weitere Erkrankungen sind Urogenitaltrakt- und Wundinfektionen einschließlich Katheter-asso­ziierter Infek­tionen, die sich auch zu einer Sepsis oder Endokarditis entwickeln können.

Diagnostik

Im Gram-Präparat erkennt man meist Diplokok­ken oder paarig gelagerte kurze Stäbchen. Die Zellen färben sich gram­negativ, entfärben sich je­doch häufig un­vollständig. Die Kolonien sind auf Mac­Conkey-Agar kleiner als die der Entero­bacteriaceae und können farblos oder leicht röt­lich sein. Charakteristisch ist das Fehlen von Oxidase und Nitratreduktase. Acinetobacter ist Katalase positiv.

Therapie

Die Therapie sollte sich nach dem Ergeb­nis der Re­sistenzbestimmung richten, da eine breite An­ti­­biotika­resistenz möglich ist. Penicilline, Cepha­losporine und Cotrimoxa­zol sind meist un­wirk­sam. Ein großer Teil der Stämme ist gegen Imipe­nem, Gy­rase-Hemmer oder Aminopenicil­lin-ß-Lactamasein­hibitor-Kombinationen emp­findlich.

 


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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