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Lexikon zum Laborbefund

Plasmodium knowlesi

Plasmodium knowlesi ist eine im mikros­ko­pischen Blutausstrich Plasmodium ma­lariae sehr ähnliche Plasmodium Art in Süd­ostasien, die ursprünglich nur Affen, aber nach neuestem Kenntnisstand auch Menschen befallen kann. Die Krankheitsverläufe sind schwerer als bei Infektionen mit Plasmodium ma­lariae, eine Diagnose ist nur per DNA-Analyse möglich.

Klinik

Typischer Fieberverlauf, jedoch sind ungefähr ein Drittel aller Malariapatienten bei der Erst­konsultation afebril, Allgemeinsymptome wie Kopfschmerz, Erbre­chen, Verwirrtheit, Zeichen der Anämie (Tachy-, Dyspnoe, Tachykardie, Blässe und Mü­digkeit), Thrombozytopenie (Pete­chien, Blu­tungs­­zei­chen), Leber- und Milz­ver­größerung mit Druckdo­lenz und Konsistenz­vermehrung, Durchfall und Ikterus. Bei der Mala­ria tertiana und quartana kann Fie­ber auch noch Monate und Jahre nach dem Auf­enthalt im Endemiegebiet auftreten.

Probenmaterial

EDTA-Blut, Ausstrich, dicker Tropfen, Se­rum

Diagnostik

Die Diagnose stützt sich insbesondere auf den Er­reger­nachweis im Blutausstrich, im di­cken Trop­­fen und im Immunoblot sowie dem Anti­kör­per­nachweis. Um eine Malaria auszu­schließen, werden min­destens 200 Gesichts­felder eines ge­eigneten Blutausstrichs mit 1000-facher Vergrö­ßerung nach Erregern abgesucht.

Beim dicken Tropfen werden mindestens 100 Gesichtsfelder mit 1000-facher Ver­größerung abgesucht.

Therapie

Die Therapie einer Malaria richtet sich da­nach, ob eine

Malaria tropica (Erreger: P. falciparum)

Malaria tertiana (Erreger: P. vivax und P. ovale) oder

Malaria quartana (Erreger: P. mala­riae) vorliegt.

Malaria tertiana und Malaria quartana wer­den mit Chloroquin (Resochin®)  oral be­handelt. Bei Chloroquin-Resistenz kann Mefloquin eingesetzt werden. Zur Rezi­divprophylaxe sollte bei der Malaria terti­ana eine Nachbehandlung mit Pri­maquine überlegt werden.

Eine unkomplizierte Malaria tropica wird bei  Ein­reise aus Gebieten ohne Chloro­quin-Resis­tenz mit Chloroquin, bei Ein­reise aus Gebieten mit Chloroquin-Resis­tenz mit Mefloquin oder Atova­quon/Proguanil oder Artemether/ Lume­fantrin behandelt. In schwereren Fällen ist eine stationäre Behandlung mit Chinin an­gezeigt.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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