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Lexikon zum Laborbefund

Candida (Blastomyzeten)

Der häufigste Erreger ist Candida albi­cans. Die Candida-Arten sind Hefen und siedeln norma­lerweise auf Haut und Schleimhaut. Candida ist häufig Bestand­teil der normalen Darmflora.

Eigenschaften/Pathogenitätsfaktoren

Erkrankungen werden häufig bei einer Schä­di­gung der Immunität des Wirtes ausge­löst. Die In­fek­tion erfolgt endogen über die eigene Flora. Im­mundefizienzen oder auch lokale Verände­rungen der ortsstän­digen Flora durch eine über­triebene Hy­giene beim Gesunden können zu ei­ner Candidamykose füh­ren, sie kommt allerdings auch häufig bei Schwangeren oder Diabetikern vor.

Klinik

Weißliche Beläge, die fest auf dem Unter­grund haften und aus abgestorbenen Zel­len des Wirtes und dem Pseudomyzel von Candida bestehen, können auf allen Schleimhäuten entstehen (Soor). Infektio­nen des Nagelbettes und der Haut sind äußerst hartnäckig. In Hautfalten kann es zu nässenden und geröteten Effloreszen­zen kom­men. Im Rahmen einer Sekun­därinfektion, ins­besondere der Lunge und der Niere, können auch innere Organe be­fallen werden.

Diagnostik

Diagnostisch steht neben dem Antigen- und An­tikörpernachweis aus dem Blut auch die direkte Anzucht aus allen Kör­permaterialien zur Verfü­gung.

Probenmaterial

Eiter, Sputum, BAL, Biospsien oder Se­rum, Blut­kultur bei Sepsisverdacht

Therapie

Behandlung der Grunderkrankung, ggf. Therapie mit geeigneten Polyen- (Nysta­tin, Amphotericin B) oder Azol-Antimyko­tika (Imidazole, wie z.B. Clotrimazol, Eco­nazol-Nitrat, Miconazol-Nit­rat, Fenticona­zol-Nitrat u.a.). Bei schwerwie­gender Infektion sollte eine antimykotische Re­sis­tenz­testung erfolgen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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