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Lexikon zum Laborbefund

Fehlerquellen bei der venösen Ab­nahme

Langes Stauen führt zu einer Konzentrie­rung von höhermolekularen Substanzen (Zellen, Prote­ine, Enzyme, Lipide), die Ge­rinnung kann aktiviert  und eine Hämo­lyse induziert werden.

Die direkte Abnahme aus einem Heparin­perfusor ist gerade bei Gerinnungstests zu vermeiden. Ist eine Abnahme aus ei­nem Zugang nicht zu um­gehen, so ist darauf zu achten, das zu untersu­chende Blut  nicht mit dem applizierten Medika­ment zu ver­mischen. Manche Substanzen binden reversibel an Plastikmaterialien (z. B. Tac­roli­mus) mit dem Ergebnis falsch hoher Werte.

Bei der Abnahme des Alkoholspiegels kann eine Desinfektion mit Alkohol das Ergebnis beein­flussen. Die Nicht­einhaltung von Mi­schungsver­hältnissen (Citrat­blut) führt insbesondere bei Ge­rinnungs­analysen und Blutsenkung zu Fehlern. Ungenü­gend gefüllte Gerin­nungs­öhrchen (< 85 %) soll­ten daher nicht bearbeitet werden.

Ein ähnlicher Effekt kann sich bei Häma­tokrit­werten über 60 % ergeben. Der dann deutlich er­höhte Citratanteil erreicht eine kritische Grenze, wodurch alle Gerin­nungszeiten fälschlich ver­längert werden. In solchen Fällen besteht fol­gende Möglichkeit der Berech­nung eines verän­derten Mischungsanteils (Komp und Sparrow):

S=V x (100-Hk)/(640-Hk)

V=Volumen von Blut + Citratlsg.

S=Volumen der Citratlsg.

Hk=Hämatokrit

Durch sehr dünne Kanülen bei der Ve­nenpunk­tion oder zu schnelle Aspiration des Blutes kann es zu Hämolyse und da­mit zur Verfälschung von Parametern mit hohen intraerythrozytären Kon­zentratio­nen kommen.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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