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Lexikon zum Laborbefund

Filarien (Rundwürmer)

Filarien sind sehr dünne Fadenwürmer, können 2 bis 40 Zentimeter lang werden und gehören zu den Familien Filariidae und Onchecercidae. Symptome treten häufig erst 6-12 Monate nach der Infektion auf. Filarien verursachen unter­schiedliche Krankheitsbilder:

Lymphatische Filariose „Elephantiasis“:

Wuchereria bancrofti und Brugia malayi, Über­tragung durch Moskitos

Loiasis (Calabar-Schwellung, Kamerunbeule): Loa loa, Übertragung durch die Bremsenart „Crysops“

Onchocerca volvulus, „Flussblindheit“:

Sehbeeinträchtigung bis Blindheit, Dermatitis und Hautknoten, Übertragung durch die Krie­bel­mücke

Durch die unter der Haut lebenden Gewebeparasiten Onchocerca volvulus und Loa loa kann es im weiteren Krankheitsverlauf zur Konjunktivitis,  Er­blindung und allergi­schen Schwellungen kommen. Die in Lymphgefäßen lebenden Wuchereria bancrofti und Brugia malayi bedingen im Laufe der Zeit Entzündungen, die zur Blockierung der Lymphabflusswege mit Stauungssymtomen bis zum Krankheitsbild der Elephantiasis führen können.

In Anpassung an die Flugzeit der jeweiligen Vektoren sind die Mikrofilarien von Loa loa v.a. tagsüber, die von Wuchereria bancrofti vor allem nachts durch einen „dicken Tropfen“ im Blut diagnostisch nachzuweisen. Durch die orale Ga­be von 100 mg Diäthylcarbamazepin wird eine Sti­mulation der Mikrofilarämie induziert. Bei Onchocerca volvulus ist ein Direktnachweis aus Hautbiopsaten möglich. Serologische Unter­suchungen sind frühestens 4-6 Monate nach Aufenthalt in Endemiegebieten sinnvoll.Filarien sind ausschließlich in tropischen Gebieten anzu­treffen Eine speziesspezifische Sero­diagnostik für Filarien ist nicht möglich.

Mikrofilarien


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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