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Lexikon zum Laborbefund

Schistosomen

Wichtigste durch Saugwürmer hervorgerufene menschliche Erkrankung ist die Bilharziose. Die Bilharziose kommt am Nil, aber auch an anderen Flüssen und Süßwassergewässern in Tropenge­bieten, vor.

Die Infektion wird durch verschiedene Schisto­somen-Arten hervorgeru­fen: Schistosoma hae­ma­to­bium ist der Erreger der Blasen­bilharziose, Schistosoma mansoni und andere die der Darm­bilharziose.

Die Bilharziose wird beim Baden im ufernahen Was­ser übertragen, weil nur dort die infizierten Schne­cken vorkommen. Die von den Schnecken frei­gesetzten Larven (Zerkarien) sind etwa 0,4 mm lang und durch­dringen die Haut. In der Blutbahn entwickeln sie sich zum etwa 1-2 cm langen Wurm. Über Gefäßerrosionen erreichen sie Darm oder Blase und werden von dort aus ausgeschie­den. Aus den Eiern schlüpft die Wim­pern­larve (Miracidium), die wiederum die Schnecken infiziert. Eine direkt Übertragungung durch menschlichen Kontakt ist also nicht möglich. Die In­kubationszeit dauert bis zu 5 Wochen. Die Infektion kann sich noch nach Jah­ren durch blutigen Stuhl oder Urin mani­fes­tieren. Chronische Entzündungen führen, ab­hän­gig vom Erreger, zu Miktionsbe­schwerden und einer Hämaturie (Schis­tosoma hae­­mato­bium) oder zu einer Polyposis mit chro­nischer  En­teritis (Schistosoma mansoni).

Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch den Nach­weis der Eier im Stuhl oder Urin.

Zerkarien

Die Zerkarien-Dermatitis (Badedermatitis), über­wiegend in Nordamerika und Mitteleuropa vorkommend, ist eine meist harmlos verlaufende Erkrankung durch winzige Zerkarien von Saugwürmern der Gattung Trichobilharzia.

Eigent­liche Endwirte sind Wasservögel, Zwi­schen­wirte sind im Wasser lebende Schnecken.

Zerkarien, die in die Haut eingedrungen sind,  werden schnell abgetötet; zu beobachten ist meist nur eine mückenstichähnliche, juckende Hautreaktion. Eine weitere Therapie ist nicht erforderlich , eine Labordiagnose nicht möglich.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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