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Lexikon zum Laborbefund

BNP/NT-proBNP

BNP (Brain Natriuretic Peptide) ist ein na­triu­reti­sches Peptid und wird aus dem Prohormon proBNP syntheti­siert. Nach Sti­mulation der Myo­kardzellen, z.B. durch myo­kardiale Deh­nung, wird proBNP durch die Ein­wirkung von Proteasen in das N-terminale proBNP (NT-proBNP) und das biologisch aktive Hormon BNP gespalten. Beide Peptide gelangen in den Kreislauf. Die biologische Halbwertszeit von NT-proBNP beträgt 60-120 Minuten.

Verschiedene klinische und epidemiologi­sche Studien haben den Zusammenhang zwischen eingeschränkter Herzfunktion und erhöhten Spiegeln von NT-proBNP nachweisen können. Anhand pathologi­scher Plasmakonzentrationen können herzinsuffiziente Patienten identifiziert werden.

Ein normaler Spiegel scheint eine kardiale Dys­funktion auszuschließen. Eine NT-proBNP-Be­stimmung kann also dazu bei­tragen, zwischen einer kardialen und pul­monalen Ursache einer Dyspnoe zu un­terscheiden.

Eine Blutentnahme ist jederzeit möglich, da NT-proBNP keinem zirkadianen Rhyth­mus unter­wor­fen ist. Ruhen oder Liegen des Patien­ten vor der Blutentnahme ist nicht erforderlich.

Allerdings kann es bei eingeschränkter Nieren­funktion auch zu artefiziell hohen NT-proBNP-Werten kommen. In solchen Fällen empfiehlt sich die Analyse von BNP, welches im EDTA-Plasma zwar nur ca. 24 h stabil ist, dessen Konzentration jedoch dafür unabhängig von der Nierenfunktion ist.

Der Normbereich von BNP und NT-pro-BNP ist alters­abhän­gig.


Dr. Stephan Schauseil et. al., Medizinische Laboratorien Düsseldorf


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